Die Erklärung von Sevilla

“Die neun Gebirgssysteme des Dolomiten-Welterbes sind einzigartige Gebirgslandschaften von außergewöhnlicher Schönheit. Ihre atemberaubenden, senkrecht emporragenden und im Mondlicht bleich leuchtenden Gipfel präsentieren sich in einer weltweit einzigartigen Formenvielfalt. Sie sind zudem auch für die Erdwissenschaften von großer Bedeutung. Auch die Vielfalt und Formenmannigfaltigkeit ihrer Karbonatformationen sucht weltweit ihresgleichen. Die großartigen geologischen Formationen ermöglichen einen tiefen Einblick in das Meeresleben der Trias, das nach dem größten Artensterben in der Erdgeschichte wieder neu entstanden ist. Die monumentalen und farbenprächtigen Berglandschaften der Dolomiten waren seit jeher das Ziel zahlreicher Reisenden und haben unzählige wissenschaftliche Arbeiten und Kunstwerke inspiriert”.

(UNESCO, Welterbe-Komitee – Sevilla (E) 26.06.2009)

Am 26. Juni 2009 hat die UNESCO die Dolomiten aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit sowie ihrer geologischen und geomorphologischen Bedeutung in die Liste der Welterbestätten der Menschheit aufgenommen. Jedes der neun Gebirgssysteme der UNESCO-Welterbestätte der Dolomiten zeichnet sich durch charakteristische Merkmale aus und ist einzigartig, aber alle stehen miteinander in einer sehr engen Beziehung. Nachdem sie in die Liste der UNESCO-Güter aufgenommen wurden, wurden sie zum Symbol eines weltweit einzigartigen Gebietes.

Das Dolomiten-Welterbe ist jedoch nicht eine zusammenhängende Gebirgsformation, sondern setzt sich aus neun verschiedenen Gebirgssystemen zusammen, die voneinander durch Täler, Flüsse und andere Berge getrennt sind. Die 142.000 ha des UNESCO-Welterbes sind ähnlich wie ein Archipel über das ganze, noch viel größere Territorium der Dolomiten verteilt und gehören verwaltungspolitisch gesehen zu fünf verschiedenen Provinzen, die sehr große Unterschiede sowohl in Hinblick auf ihre Rechts- als auch auf ihre Verwaltungsordnung aufweisen.

Am 13. Mai 2010 erfüllten die Provinzen (Belluno, Bozen, Pordenone, Trient, Udine) und Regionen (Friaul-Julisch Venetien und Veneto) der Welterbestätte eine wichtige Auflage der UNESCO und gründeten die Stiftung Dolomiti – Dolomiten – Dolomites – Dolomitis UNESCO, um eine effiziente und koordinierte Verwaltung des Dolomiten-Welterbes zu gewährleisten.

Die Stiftung ist der erste Ansprechpartner für die UNESCO und das italienische Ministerium für Umwelt, Landschafts- und Meeresschutz; ihre wichtigste Aufgabe ist die Förderung der Zusammenarbeit und der Kommunikation zwischen den Gebietskörperschaften, die – jede im Rahmen ihrer eigenen Verwaltungsordnung – das Territorium des UNESCO-Welterbes verwalten. Die Verwaltungs- und Managementbefugnisse verbleiben natürlich weiterhin bei den Provinzen und Regionen, wie von den geltenden gesetzlichen Bestimmungen vorgesehen, während die Stiftung vor allem bei der Koordinierung der Managementstrategien, die für eine gemeinsame, gut unter den verschiedenen Körperschaften abgestimmte Führung des Welterbegutes unerlässlich sind, eine grundlegende Rolle spielt.

Die Stiftung sieht sich auch einer kulturelle Herausforderung gegenübergestellt: die Komplexität des Dolomiten-Welterbes – verschiedene Sprachen, kulturelle Unterschiede, unterschiedliche Verwaltungskonzepte – sucht ihresgleichen unter allen anderen UNESCO-Welterbestätten; die Stiftung stellt somit eine Neuheit dar und wurde eigens geschaffen, um die nachhaltige Entwicklung eines Territoriums zu fördern, das auch von einem historischen Standpunkt aus wenige Gemeinsamkeiten aufweist.

 

Text: www.dolomitiunesco.info